Erklärungen zum Spiel

Boule spielen – aber wie ?

Es kann grundsätzlich auf jedem Untergrund gespielt werden. Speziell eignen sich Kiesplätze wie sie in Parkanlagen anzutreffen sind. Der Untergrund sollte nicht zu hart, aber auch nicht zu tief sein. Unebenheiten machen das Spiel interessant, aber natürlich auch anspruchsvoll.

Am Anfang des Spiels stellt man sich mit dem Vornamen vor und wünscht sich gegenseitig ein gutes Spiel. Die Gewinnermannschaft lädt den Verlierer zu einem Drink an der Bar ein, wo nochmals über das Spiel und die verpassten Chancen heftigst diskutiert werden kann.

 

Vereinfachte Spielregeln:

1. Pétanque (Boule) kann in folgenden Formationen gespielt werden:

Einzela) Das Einzel (Tête-à-tête) bei dem zwei Einzelspieler – jeder mit drei Kugeln – gegeneinander spielen.
Hier befinden sich insgesamt nur 6 Kugeln im Spiel.

Doppelb) Das Doppel (Doublette) besteht aus zwei Spielern, von denen jeder ebenfalls drei Kugeln hat.
Hier befinden sich insgesamt 12 Kugeln im Spiel.

Triplettec) Die Dreiermannschaft (Triplette) ist die traditionelle Mannschaftsform und besteht aus drei Spielern, mit jeweils nur zwei Kugeln.
Hier befinden sich insgesamt auch wieder 12 Kugeln im Spiel.

2. Der Münzwurf entscheidet, welche Mannschaft beginnt und ein Spieler dieser Mannschaft zeichnet auf dem Boden einen Abwurfkreis, der zwischen 35 und 50 cm groß sein muss.

3. Ein Spieler stellt sich in den Kreis und wirft das Schweinchen (Zielkugel aus Holz) in eine Entfernung zwischen 6 und 10 Metern. Die Zielkugel sollte mind. 1m von einem Hindernis (Baum, Mauer ect.) entfernt sein. Danach versucht ein Spieler dieser Mannschaft eine Kugel so nahe wie möglich an das Schweinchen zu platzieren.

4. Nun wechselt das Wurfrecht an die andere Mannschaft. Diese spielt so lange ihre Kugeln, bis eine ihrer Kugeln näher an der Zielkugel liegt als diejenige der gegnerischen Mannschaft. Danach ist die andere Mannschaft wieder an der Reihe. usw.

5. Eine gutgelegte Kugel des Gegners darf auch weggeschossen werden: z.B. Team A hat eine Kugel sehr nah an das Schweinchen gelegt. Team B schiesst nun diese Kugel weg und hat so die Möglichkeit, ggf. mit der nächsten Kugel besser zu platzieren als Team A.

6. Die Lage der Zielkugel kann sich während des Spiel verändern (durch Kugelkontakt). Sie muss allerdings immer für alle Spieler sichtbar sein. Sie darf nicht näher als 3 und nicht weiter entfernt als 20m vom Wurfkreis entfernt liegen. Prallt die Kugel gegen ein Hindernis, muss neu begonnen werden (dieselbe Mannschaft beginnt wieder).

7. Erst wenn alle Kugeln gespielt sind, werden die Punkte gezählt. Die Mannschaft, die der Zielkugel am nächsten liegt, erhält einen Punkt. Hat sie sogar 2 oder noch mehr Kugeln näher als der Gegner, bekommt sie 2 oder mehr Punkte. In einer Mène (Durchgang) kann nur eine Mannschaft punkten. Theoretisch können also pro Durchgang maximal 6 Punkte erreicht werden.

8. Innerhalb der Mannschaft kann die Spielreihenfolge beliebig gewechselt werden.

9. Diejenige Mannschaft, die im letzten Durchgang gepunktet hat, zieht ungefähr an der Stelle wo die Zielkugel lag einen neuen Wurfkreis. Und weiter geht’s. Das Spiel ist gewonnen, wenn eine Mannschaft 13 Punkte erreicht hat.

Spieltechnik und Spieltaktik

Grundsätzlich gibt es zwei Arten die Kugel zu spielen – indem man beilegt oder schießt.

Beim Legen und beim Schießen sollten Sie auf die richtige Handhaltung achten: man wirft mit der nach unten gewandten Handfläche. Dadurch bekommt die Kugel einen gewissen Rückdrall, und wenn Sie den Dreh raushaben, können Sie die Kugel so manipulieren wie es Bodenbeschaffenheit und Spielsituation verlangen.

Mindestens so wichtig wie die Beherrschung der Technik ist die Taktik, die dem Spiel die Würze gibt. Beim Spiel mit alten Hasen werden Sie schnell erfahren, warum „zugemacht werden muss“, ein Schuss zu gefährlich oder zu spät oder auch unbedingt notwendig, ein „devant de boule“ die einzige Rettung ist.

Innerhalb einer Mannschaft unterscheidet man den Leger (Pointeur), der immer die erste Kugel spielt, vom Schießer (Tireur) der später – wann immer nötig – eingreift oder seine Kugeln zuletzt legt, wenn seine Schießkünste nicht gefordert wurden. Beim Einzel muss jeder Spieler beiden Rollen gerecht werden. In Dreiermannschaften gibt es zusätzlich noch den Mittelspieler ( Milieu ), der beide Rollen übernehmen können muss. Ein Pétanquespiel beginnt mit der Auslosung der Mannschaft, die als erstes das Zielkügelchen (Cochonnet) oder auch Schweinchen genannt werfen darf und endet, wenn eine Mannschaft die geforderte Punktzahl erreicht hat. In der Regel wird um 13 Punkte gespielt. Ein Spiel setzt sich aus mehreren Aufnahmen zusammen. Die Aufnahme beginnt mit dem Wurf des Schweinchen und ist beendet, wenn alle Kugeln gelegt sind.

Die Wahl der Körperhaltung beim Wurf ist nicht eingeschränkt. Der Spieler muss jedoch mit beiden Füßen im Kreis stehen. So kann man zum Beispiel die Füße eng oder weit stellen, sich beugen oder in die Hocke gehen. Jeder Boulespieler entwickelt im Laufe der Zeit seinen eigenen, individuellen Stil.

Um dem Anfänger die Angst ein wenig zu nehmen, sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass Boule spielen wesentlich einfacher ist, als es im ersten Moment bei der Dichte der Details erscheinen mag.